KLIMASCHUTZ IN KOMMUNEN

Ein existierendes Modell
Viele Kommunen gehen im Klimaschutz mit guten Beispielen voran. Sie verpflichten sich zur Minderung ihrer Treibhausgasemissionen und erstellen Klimaschutzkonzepte.
Längst wird Klimaschutz nicht mehr nur als Belastung, sondern auch als Chance gesehen. Mit vielfälti-gen Handlungsmöglichkeiten können Kommunen dauerhaft die Energiekosten senken, den Haushalt entlasten und die Lebensqualität ihrer Bürger erhöhen.
Das Aktionsforum für Nachhaltigkeit e.V. stellt ein reales Modell vor:
In Musterdorf wird Klimaneutralität Schritt für Schritt Lebensstil. Die Gemeinde reduziert CO2-Ausstoß, Abfall, Abwasser und Landverbrauch gen null. Es nutzt Abfälle als Ressourcen und wirtschaftet in Kreis-läufen.
Der Bürgermeister ist stolz über das Potenzial des Konzepts. Er nennt die finanziellen Vorteile und die positiven Effekte auf den Tourismus. Die Zahl derjenigen, die in die Region ziehen wollen, steigt. Die Bürgerinnen und Bürger sind zufriedener in ihrer Region mit hoher Umweltqualität. In einem Ortsteil entsteht ein neues Wohnquartier, Wohnungen für 400 Menschen verschiedener Generationen, eine Kita und einen Laden sind geplant. Ein Mix aus Ein- und Mehrfamilienhäusern, Eigentums- und Genossen-schaftsbau in kompakter Bauweise. Das Quartier wird klimaneutral, mit eigener Energie- und Wärme-versorgung. Auf jedem Dach fangen Solaranlagen die Sonnenenergie ein. Auch ein Carport mit Ladestel-len für 30 Elektroautos trägt eine PV-Anlage, welche die Straßenbeleuchtung speist.
Demnächst sollen die Gebäude im Ortskern energetisch optimiert werden. Auch die Wärmeversorgung soll sauber werden, gefördert mit Quartierskonzepten und durch Nahwärmemodelle. Am Klimaschutz wirken alle mit: Die Gemeindewerke liefern 100 Prozent zertifizierten Grünstrom und Biogas aus der Region und belohnen den Wechsel mit einer Spende für einen gemeinnützigen Verein. Ein genossen-schaftlicher Solarpark versorgt einen Teil der Haushalte mit Sonnenenergie. Vier neue Windkraftanlagen und viele Dächer mit Photovoltaik produzieren weiteren erneuerbaren Strom. Die Straßenbeleuchtung ist auf LED-Leuchten umgestellt. Für die gute Sache wirbt auch ein E-Auto der Gemeinde, vormittags fahren die Verwaltungsmitarbeiter*innen damit, nachmittags und wochenends nutzen es die Bürgerin-nen und Bürger per Carsharing. Mit einem weiteren E-fahrzeug fahren Ehrenamtliche ältere Menschen zu Einkäufen und Arztbesuchen.
Das Ressourcenzentrum, das in den kommenden Jahren eröffnet werden soll, sammelt Abfälle wie Grünschnitt oder Holzreste und verarbeitet sie in einer Biogasanlage zu Energie. Zukünftig soll es An-lauf- und Dienstleistungsstelle für die Bürger*innen werden: Mit Repair-Café und Werkstatt, mit Tauschbörsen und Handy-Sammelstelle.

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